Stadt oder Land?

Können sich Familien in ein paar Jahren keine Wohnung mehr in der Innenstadt leisten? Wenn die Entwicklung so weitergeht, dann sieht es fast so aus. In Berlin ist der Preis für Eigentumswohnungen seit 2007 um 72,5 Prozent gestiegen. In Hamburg der für Mieten um 23,3 Prozent. Der Immobilienmarkt in Deutschland spielt verrückt – vor allem für Familien ist das ein Problem. Dabei ist es auch schon so schwierig genug, die passende Wohnform für die eigene Familie zu finden. In unserer Titelgeschichte „Stadt oder Land” erzählen sechs Familien, wie sie leben – und warum das für sie die perfekte Lösung ist.

Familie Wewers/Bader zum Beispiel, die in einer relativ kleinen Wohnung in der Münchner Innenstadt wohnt und trotzdem für keinen Preis mit Häuschen mit Garten auf dem Land tauschen würde: „Kaum draußen angesiedelt, werden die Menschen unheimlich häuslich, verstecken sich hinter Hecken, bauen einen Pool und holen sich einen riesigen Fernseher. Ich will nicht, dass mein Haus alles für mich bereithält und ich nicht mehr raus muss. Ich finde es gut, dass wir mit der Straßenbahn ins Schwimmbad fahren, um die Ecke ins Kino gehen können oder in den Park“, sagt Vater Jakob. Das es sich auch finanziell nicht unbedingt lohnt aufs Land zu ziehen, zeigt ein Kostenvergleich, laut dem die Mobilitätskosten auf dem Land viel höher liegen und damit die billigere Miete fast wieder ausgleichen. Familie Wergowski lebt trotzdem gerne in dem 1500-Einwohner Ort in der Nähe von Bremen und ist dort glücklich: „Kinder wachsen auf dem Land viel behüteter auf. Auf dem Wendekreis vor dem Grundstück können sie ungestört toben, wenn überhaupt jemand vorbeikommt, dann sind es die Nachbarn oder der Postbote.“

Dass es noch mehr Varianten gibt als Stadt oder Land zeigen die anderen Familien, die in einem Mehrgenerationenhaus wohnen, Mitglied einer Genossenschaft sind oder mit Oma zusammen ein neues Haus gebaut haben.

 

Quelle:

www.nido.de/artikel/stadt-oder-land/