Immobilienerwerb – Worauf Verbraucher beim Hauskauf achten müssen

 

Angesichts der Unsicherheit an den Finanzmärkten setzen viele Deutsche auf „Betongold“. Doch auch Erwerb und Besitz von Immobilien haben ihre Tücken. Mit diesen Regeln lassen sich Überraschungen vermeiden.
Der Trend zum Hauskauf ist ungebrochen. Immer mehr Menschen entscheiden sich für den Erwerb einer Wohnung oder eines Hauses und sehen darin eine sinnvolle Kapitalanlage. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sollten Käufer einige Regeln beachten. Robert Litwak, Immobilienfachmann und Geschäftsführer von „vermietsicher.de“, gibt fünf grundlegende Tipps:

  • 1. Mängel an der Immobilie vor dem Kauf erkennen

„Bevor eine Wohnung oder ein Haus erworben wird, hat eine gründliche Besichtigung des Objektes oberste Priorität. Schließlich will niemand die Katze im Sack kaufen und erst im Nachhinein etwaige Mängel aufdecken. Dabei kommt der Lage eine absolute Schlüsselfunktion zu. Ist die Verkehrsanbindung günstig? Sind in der Nachbarschaft weitere Bebauungen in Planung? Lassen Autobahnen oder stark befahrene Straßen in der Umgebung auf Lärmbelästigungen schließen? Diese Kriterien haben erheblichen Einfluss auf den Wert einer Immobilie. Bei der Vermietung können sie unter Umständen zu niedrigeren Einnahmen führen als erwartet.“

  • 2. Nebenkosten nicht aus den Augen verlieren

„Ist die Wunschimmobilie gefunden und der Kaufpreis angemessen, gilt es, auch die anfallenden Nebenkosten von rund zwölf Prozent des Preises im Blick zu behalten. Kostet eine Immobilie zum Beispiel 300 000 €, müssen Nebenkosten in Höhe von 36 000 € einkalkuliert werden. Diese setzen sich zusammen aus den Kosten für den Makler (zwischen drei und sieben Prozent), der Grunderwerbssteuer (zwischen 3,5 und fünf Prozent, je nach Region) sowie den Notarkosten (1,5 Prozent), die in aller Regel auch die Kosten für die Eintragung ins Grundbuch enthalten (0,5 Prozent). Nur wer diese zusätzlichen finanziellen Aufwendungen von vornherein in seinem Budget berücksichtigt, wird beim Kauf kein blaues Wunder erleben.“

  • 3. Konditionen der Banken vergleichen

„Nachbarn oder Arbeitskollegen sind nicht die richtigen Berater, wenn es um die Auswahl einer Bank geht. Jeder hat unterschiedliche Bedürfnisse und finanzielle Möglichkeiten, denen Banken mit verschiedenen Angeboten entgegenkommen können. Daher ist es ratsam, sich im Vorhinein bei verschiedenen Kreditinstituten über die Bedingungen zu informieren und verschiedene Angebote zu vergleichen. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass die Interessen von Verbraucher und Bank völlig gegensätzlich sind: Während für den Kreditinteressenten eine günstige Finanzierungbei hoher Flexibilität im Vordergrund steht, bevorzugen Banken einen geringen Spielraum der Kunden und hohe Zinsen.“

  • 4. Augen auf bei der Mieterwahl

„Da die Zuverlässigkeit des Mieters letztlich darüber entscheidet, ob der Neu-Vermieter seinen Kredit an die Bank zurückzahlen kann, sollte dieser sorgfältig gewählt werden. Neben dem persönlichen Eindruck, der unbedingt positiv ausfallen sollte, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die dem Eigentümer helfen, mehr über den Wohnungssuchenden zu erfahren. Eine Schufa-Auskunft informiert über die Zahlungsmoral eines potenziellen Mieters. Anhand der letzten drei Gehaltsnachweise lässt sich feststellen, ob der Wohnungsbewerber sich in einem festen Arbeitsverhältnis befindet, ein regelmäßiges Einkommen hat und in der Lage ist, die monatliche Miete aufzubringen. Darüber hinaus können Mieter mit der Mietschulden-Freiheitsbescheinigung demonstrieren, dass sie sich bei vorherigen Vermietern nichts zu schulden kommen ließen.“

  • 5. Absicherung der Mieteinnahmen
„Soll der Immobilienkredit durch Mieteinnahmen zurückgezahlt werden, ist es wichtig, dass diese abgesichert sind. Auch eine umfassende Recherche über den Mieter bietet keine absolute Sicherheit. Die Gefahr durch Mietausfälle und Mietnomaden ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Dabei beträgt die Dauer von Mietausfällen durchschnittlich 11,3 Monate. Vermieter können mit dem Abschluss einer Mietausfallversicherung vorbeugen: Die Versicherung springt im Schadensfall sofort ein und sichert die fortlaufende Kredittilgung.“

Erstmalig veröffentlicht auf: http://www.focus.de