Immobilien clever losschlagen – Sanieren, Sortieren, Präsentieren: So holen Sie beim Hausverkauf mehr Geld heraus

Händler präsentieren ihre Waren attraktiv im Schaufenster. Wer sein Haus verkauft, tut das oft nicht – und verschenkt damit Geld. „Homestaging“ ist oft die Lösung. FOCUS Online erklärt, was es damit auf sich hat – und wer die Dienstleistung anbietet.
Über 13 Monate stand das Haus von Karin und Hans Kargo (Name von der Redaktion geändert)aus Germering leer. Trotz Makler und einem wirklich guten Preis gab es kaum Interessenten. Schweren Herzens nahm das Rentnerehepaar seine letzten Ersparnisse in die Hand und investierte sie in eine sogenannte „Homestagerin“, die das Anwesen zum Verkauf herausputzen sollte.

„Mein Neffe hatte davon im Internet gelesen und uns dazu geraten“, erzählt die ehemalige Lehrerin Karin. Und die Expertin legte gleich los: Die alten Teppiche und Vorhänge flogen raus– schlichtes Laminat kam rein; die vergrauten Wände wurden geweißt und das Haus mit Hilfe von Mietmöbeln, Lampen und Accessoires dezent aufgehübscht.

Und siehe da: Es funktionierte. „Schon nach dem ersten Besichtigungstermin gab es drei Interessenten, die unser Haus direkt kaufen wollten“, berichtet der frühere Verwaltungsangestellte Hans. „Und das, obwohl es nun sogar zu einem weit höheren Preis angeboten wurde als zuvor.“ Schon zwei Wochen später war Notartermin – und den Hausverkäufern fiel ein Stein vom Herzen.

Verkaufszeit runter – Verkaufspreis hoch

„Ganz so spektakulär läuft es natürlich nicht immer ab“, erklärt Andrea Dangers, Inhaberin der Agentur „homestaging münchen“. „Dennoch lässt sich die Verkaufszeit durch unserem Einsatz meist halbieren und der Verkaufspreis um bis zu 15 Prozent erhöhen.“ Die Investition von ein bis drei Prozent der Verkaufssumme in eine Style-Expertin wirke sich so fast immer positiv aus oder amortisiere sich zumindest.

Das ist genau das, was viele Käufer suchen. Denn der längere Leerstand von Immobilien kann teuer und zum richtigen Problem werden. Zum einen laufen die Kosten für die Grundsteuer, Müllgebühren oder Stromanschlüsse weiter; zum anderen müssen Haus und Garten weiter gepflegt werden. „Eine Saison ohne Hege und schon sieht das einst so gepflegte Areal heruntergekommen aus. Besonders der Garten muss daher während der Verkaufsphase auch immer wieder gewässert, gekehrt, gejätet und gemäht werden“, weiß Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB).

Dazu kommt das Problem, dass sich ein länger leerstehendes Haus in der Region und unter potenziellen Käufern schnell herumspricht. „Viele Interessenten mutmaßen dann, mit dem Haus sei etwas nicht in Ordnung.“
 
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